Mallorca Teil 6

Der Nordwesten

Durch das Tramuntanagebirge zum Kloster Lluc

Soller und Puerto de Soller

Das authentische Städtchen Sóller liegt im Herzen des ‘Orangentals’, auch bekannt als ‘Tal des Goldes‘.Von Palma aus kann man mit dem Roten Blitz, einer alten elektrischen Siemens Eisenbahn aus dem Jahre 1927 und ihren schönen alten Holzwagons nach Soller fahren. Die etwa einstündige Fahrt führt durch Olivenhaine, Orangenplantagen und zahlreiche Tunnel hinauf in das Tramuntana Gebirge. Man kann in Ruhe die traumhafte Landschaft genießen, obwohl die Fahrt etwas rumplig ist.
Da wir aber mit dem Auto unterwegs waren, fiel diese Fahrt für uns ins Wasser, haben wir für eine nächste Reise nach Mallorca aufgespart.

Weiter ging es durch das romantische Bergdorf Fornalutx, dem schönsten Dorf Spaniens. Der Ort spiegelt durch die Kombination von Steingebäuden mit rotgedeckten Dächern und dem Duft der umliegenden Orangen- und Zitronenhaine einen traditionellen, rustikalen Charme wieder.

Die knapp vier Kilometer zwischen Soller und Puerto de Soller kann man  beispielsweise mit der historischen Straßenbahn zurücklegen.

Puerto de Soller bietet sich zum Bummeln entlang der Strandpromenade an, viele kleine Geschäfte, Restaurants, Cafès, Tapas-Bars und natürlich die Eisdiele der Eisfabrik Sa Fabrica de Gelats. Mit einem leckeren Eisbecher „Orange Sóller“ und frisch gepresstem Orangensaft kamen wir wieder zu Kräften.

Ebenso bekannt ist die Stadt für die Herstellung und Vermarktung lokaler Gourmet-Erzeugnisse. Unter anderen halten die Fachgeschäfte wie zum Beispiel  Fet a Sóller einen Riesenvorrat an lokalen Erzeugnissen, darunter reines Olivenöl „extra vergine“ von Olis Sóller oder Ca’n Det, vor Ort hergestellter Orangen-Balsamico-Essig, Chutneys, Marmeladen, Eingemachtes, Pâtés und Wurstwaren zum Einkauf bereit.

Von Puerto de Soller kann man einen Ausflug mit einem Schiff zum Platja de Torrent de Pareis unternehmen. Ebenfalls ein Ausflug den wir uns für unseren nächsten Besuch aufgespart haben.

Wir sind mit dem Auto die Straße nach Sa Calobra gefahren. Diese waghalsige Serpentinenstrecke ist ein tolles Erlebnis auf jeden Fall für den Beifahrer.

Kurz vor Erreichen des Stausees Gorg Blau verliessen wir die Verbindungsstraße Pollenca/Sòller nahe dem alten Viadukt Richtung Nordwesten und folgten ca. 12 km den Serpentinen hinab zur Cala de Calobra. Ein geübter Fahrer sollte man schon sein, da viele Reisebusse sich ihren Weg durch das Gewirr von Kurven bahnen, fordert die Strecke die ganze Aufmerksamkeit. Die Straße führt durch eine bizarre Felslandschaft und gibt immer wieder den Blick frei zu der felsigen Bucht. Einen Höhepunkt der Fahrt erreichten wir schon nach wenigen Kilometern, den so genannten „Kravattenknoten“, eine Kehre von 270 Grad. Die Kurvenausfahrt führt unter der oberen Einfahrt hindurch. Eindrucksvoll ist auch die Engstelle Cavall Bernat, die zwischen steil aufragenden Felswänden hindurchführt.

Der Torrent de Pareis in der Nähe von Sa Calobra
Sa Calobra ist nicht einfach zu erreichen, aber die Landschaft ist so atemberaubend, das dieser Strand einer der beliebtesten der Insel geworden ist, vor allem in den Sommermonaten. Um zur Schlucht zu gelangen folgt man rechts dem befestigten Weg entlang der malerischen Bucht.  Bereits der Weg zu diesem Strand ist ein Erlebnis, da man dabei zwei enge, bunt ausgeleuchtete  Höhlen passieren muss. Der ca. 100 m lange Torrent de Pareis ist einer der faszinierendsten Strände auf Mallorca mit kristallklarem, türkisfarbenem Wasser. Eingebettet zwischen zwei riesigen Felsformationen erscheint kurz darauf der kleine Kieselstrand Cala de Calobra, der die Mündung des Torrente de Pareis bildet. Nur in den Wintermonaten und bei sehr starken Regenfällen fließt ein Sturzbach hier ins Meer.

Kloster Lluc

Das Kloster Lluc ist schon seit dem Mittelalter der bedeutendste Wallfahrtsort Mallorcas. Die weitläufige Anlage liegt umsäumt von Wäldern auf 400m Höhe in einem Bergtal. Die Gegend, in der das Santuari de Lluc errichtet worden ist, galt schon in Urzeiten als überirdischer Kraftort. Spuren zeugen von dem Wirken der Schamanen aus der Megalith-Ära, von Druiden und ersten Klostergründungen durch Tempelritter. Die Klosterkirche ist prunkvoll ausgeschmückt, wirkt aber etwas düster. Die  Madonnenkapelle erreicht man über einen Seiteneingang. Hier steht die aus Marmor gefertigte schwarze Madonna, zu deren Ehren die Gläubigen schon seit Jahrhunderten an diesen Ort pilgern. Schon früh gründeten die Mönche eine Singschule für Jungen. Der Knabenchor der Internatsschule singt bis heute täglich um 11.15 Uhr und um 16.40 Uhr in der Basilika.

Das Museum beherbergt religiöse Exponate, archäologische Funde aus der Talayout-Epoche und eine kleine Kunstsammlung.
In 120 Zimmern und Apartments bietet das Kloster Übernachtungsmöglichkeiten für Pilger und Ruhesuchende.

Besuch des Bauernmarktes in Sineu

Im Zentrum der Insel liegt die kleine Stadt Sineu, bekannt unter anderem durch den bronzenen „Löwen von Sineu“, der dem Schutzpatron des Ortes gewidmet ist. Man findet ihn im Zentrum der Stadt, an der Pfarrkirche Nuestra Senora de los Angeles. Von einer Treppe aus, die von der Kirche zum Marktplatz führt, blickt er stolz über die Stadt. Und dieser Marktplatz ist unser Ziel.
An jedem Mittwochmorgen findet hier ein Spektakel statt, das man sich nicht entgehen lassen sollte. Auf dem Bauernmarkt von Sineu geht es nicht gerade zimperlich zu. Schafe, Ziegen, Schweine, Hühner, Enten, Tauben, Hunde und viele andere Haus- und Nutztiere kann man hier käuflich erwerben. Neben dem Viehmarkt gibt es auch Obst, Gemüse, Fisch, Gewürze und viele andere kulinarische Genüsse in großer Vielfalt zu günstigen Preisen zu kaufen. Aber auch Kunsthandwerk, Stickereien und Lederwaren kann man hier gut erwerben.
Die Bauern der Insel kaufen und verkaufen hier nicht nur ihr Vieh, sondern ergänzen auch ihren landwirtschaftlichen Fuhrpark oder lassen in den umliegenden Werkstätten ihre Gerätschaften reparieren.

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